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Indian Summer in Québec

Sattsehen ist einfach nicht moeglich, und als auch der allerletzte Film ver-schossen ist, knippst man im Geiste immer noch weiter, um dieses faszi-nierende Farbspektakel der Natur festzuhalten und noch laenger bewundern zu koennen.

Denn der Tag neigt sich schon dem Ende zu, die Sonne steht am Horizont und wir muessen uns beeilen, um vor Sunset wieder auf "unserem" See zu landen. Die Frage ist nur: auf welchem?

Farbenrausch zwischen tausend Seen
Die Landschaft gleicht bis zum Horizont einem riesigen Farbenteppich in Rot, Gelb und Gruen, dazwischen liegen tausende von kleinen und grossen Seen, Buchten und Inseln. Kein Haus, keine Strasse, keine Ortschaft und nicht mal Telefon- oder Stromleitungen stoeren den Blick.

Seit drei Stunden, als wir aus der Luft einen einsamen Kajak-Paddler ent-deckten, hatten wir auch keine Menschenseele mehr gesichtet.

Wenn allerdings das GPS nicht vertrauenserweckend uebergross im Panel der Taylorcraft angebracht waere und neben mir nicht ein sehr erfahrener Buschpilot sitzen wuerde, der frueher schon mal 1,000 km weiter noerdlich den wenigen Bewohnern an der Hudson Bay ihre woechentliche Post, Sprit und die Lebensmittel-Ration gebracht hatte, wuerde ich schon sehr viel nervoeser sein, und als mitteleuropaeischer Pilot staendig nach irgend-welchen "Landmarks" Ausschau halten.
Ich verlasse mich auf ihn und weiss auch, ohne auf den Kompass zu sehen, dass wir suedwaerts fliegen, denn die roten Ahornbaeume tauchen wieder auf, die es weiter oben im Norden nicht mehr gibt.

Arial Northern Quebe

Arial Northern Quebec Foto: Archiv

Buschpiloten Tipps
Erstaunlich, mit welch einfachen Tricks hier die Himmelsrichtungen gefun-den werden koennen: Mit dem Belichtungsmesser meiner Kamera und meiner Uhr kann ich ziemlich genau, trotz bewoelktem Himmel, die Flug-richtung feststellen.
Wir hatten das vorher beim Picknick an einer Sandbucht an der wir wasser-ten, ausprobiert. Ausser ungewohnten Vogelrufen und gelegentlichem Wasserplatschen, wenn Fische ueber die Seeoberflaeche sprangen, gab es dort keinen menschlichen Laut zu hoeren.

Ungewohnte Einsamkeit im Norden
Das Handy funktionierte in dieser tief gelegenen Bucht auch nicht mehr, nur mit dem Sattelitentelefon haetten wir Hilfe rufen koennen. Und ich konnte mir schon gut vorstellen, was die Seaplane-Vermieter mir am Morgen er-zaehlten: dass manchmal Jagd- oder Fisch-Urlauber aus dem Sueden in Panik gerieten, und sich wieder aus der "Wildniss" abholen liesen. Sie hielten die totale Stille und die menschenleere Natur einfach nicht aus...

Am Sandstrand ist keine einzige Fuss-Spur zu sehen, einen Kilometer weiter deuten aber ein verrostetes Kabel und eine Ankerkette daraufhin, dass hier schon mal Menschen gewesen sein muessen: Waldarbeiter, die bis vor etwa 30 Jahren die Baumstaemme zum Ufer zogen, wo sie erstmal auf dem Wasserweg weiterbefoerdert, um dann schliesslich in den Sueden zu den Saegewerken verfrachtet zu werden. Damals eine nicht ungefaehr-liche Sache fuer die Seaplanes, die am Fluss-Ufer ankerten, oftmals ver-fingen sich ganze Baumstaemme zwischen den Schwimmer und rissen das komplette Flugzeug mit. Mittlerweile wurde der Wassertransport aber von Gesetzes wegen stark eingeschraenkt.

Jaeger und Fischer
Als einige Bootsstege neben goldschimmernden Baeumen ueber dem tiefblauen Wasser eines Sees auftauchen, gehen wir in den letzten Landeanflug des Tages ueber.
Als wir andocken, werden wir von den Besitzern des Seen-Paradieses begruesst und zu einem opulenten Fischessen eingeladen. Einige ihrer Lodgegaeste waren abgereist und hatten zwei Prachtexemplare des Tagesfangs als Abschiedsgeschenk fuer die Vermieter zurueckgelassen.

Ich lerne auch nebenbei, was Wuermer und Koeder auf franzoesisch heisst, denn die Fischer und Jaeger, die hier logieren, sprechen manchmal "Québecois" das in der Aussprache allerdings sehr stark von der Mutter-sprache Franzoesisch abweicht.

Gaeste aus aller Welt kommen in diese heile Welt, nur 300 km noerdlich von Montreal, aber doch ganz schoen weit weg vom Alltagstrubel gelegen. Von den drei sehr gemuetlichen holzverkleideten Ferienhaeusern aus sieht man nur in bunte Blaetter, entdeckt knallrote und gruene Kajaks am Strand und eine kleine Insel mitten im dunkelblauen Wasser des Sees.

 

Lake Heney Seaplane

Lake Heney Seaplane Foto: Archiv

 

Indian Summer
Hier im Sueden Canadas ist die schoenste Zeit des Jahres Ende Sep-tember bis Ende Oktober, wenn die Natur nochmals ihre ganze Farben-fuelle vor dem langen, kalten Winter verschenkt. Das Wasserflugzeug ist das ideale Gefaehrt um die ganze Pracht aus der Luft oder von Seen und Buchten aus zu erleben. Wer gerne "low level" fliegt: hier ueber den ein-samen Seen darf man es, und jede Landung ist eine "Aussenlandung".

Man wassert einfach da, wo es einem gefaellt, ohne sich ueber Flugplatz-oeffnungszeiten Gedanken machen zu muessen, ganz ohne Sprechfunk, angelt oder schiesst sich sein Mittagessen, (der Jagdschein kostet in Canada nur etwa 40.- EUR ), improvisiert ein BBQ oder ein Picknick, und fliegt weiter zum naechsten See.

Troestlich zu wissen, dass in knapp zwoelf Monaten der naechste Farben-rausch, die "Foliage" beginnt, nicht nur fuer Besucher die schoenste Jah-reszeit in Canada.

FLOAT PLANE CHARTER
http://www.avcanada.ca/directory/index.php?cat=106

FLY-IN FISHING & HUNTING CAPITAL OF ONTARIO
http://www.fishinglines.com/canada/red_lake.html

LEARN TO FLY AND BECOME A BUSH PILOT

http://www.atac.ca/en/learn_to_fly/pilot_career_brochure.html

FIND GHOST TOWNS IN BC FROM THE AIR
http://www.wingsovercanada.ca/ghost.html

BUSH PILOTS IN CANADA
http://www.legionmagazine.com/features/canadianreflections/02-05.asp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Indian Summer in Quebec
Indian Summer in Quebec Foto: Archiv